Auslandskrankenbehandlung

Erstellt von: niederstadtniederstadt - am 02 Mar 2018 21:35 - Zuletzt geändert: 02 Mar 2018 21:35

Gesetzlich Versicherte können im Prinzip mit der so genannten europäischen Krankenversicherungskarte in allen EU-Staaten sowie in allen Ländern, mit denen ein bilaterales Sozialversicherungsabkommen besteht, wie Island, Kroatien, Liechtenstein, Mazedonien, Norwegen, der Schweiz und Serbien im medizinischen Notfall ambulant oder stationär behandelt werden; die Europäische Krankenversicherungskarte EHIC ersetzt die alten "Auslandskrankenscheine".
Die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) eröffnet deutschen gesetzlich Krankenversicherten theoretisch einen Sachleistungsanspruch in den oben genannten Ländern. In der Praxis müssen Patienten jedoch häufig Vorkasse leisten und sich nach der Rückkehr in Deutschland um eine Kostenerstattung bemühen.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass gemäß § 13 Abs. 4 SGB V ein Anspruch auf Erstattung für Gesundheitsleistungen im EU-Ausland höchstens in Höhe der Vergütung besteht, die die Krankenkasse bei der Erbringung als Sachleistung im Inland hätte tragen müssen, da die Auslandsbehandlung von der deutschen gesetzlichen Krankenkasse nur nach deutschem Recht erstattet werden kann.
Das führt auch dazu, dass gesetzlich vorgesehene Abschläge von dem jeweils zu erstattenden (Höchst-) Betrag abgezogen werden. Dazu zählen:
◾Zuzahlungen und Eigenbeteiligungen
◾ein Abschlag für Verwaltungskosten und die fehlende Wirtschaftlichkeitsprüfung. Dieser Abschlag beträgt 12 Prozent des Rechnungsbetrags, mindestens aber 5 Euro und maximal 50 Euro.

Zum Weiterlesen:

Unterwegs in der EU: Wie Ärzte kranke Urlauber abkassieren - Spiegel-Artikel von 2013
Patientenmobilitätsrichtlinie - Information des Bundesgesundheitsministeriums

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